Krankheitsbilder

SCHWANGERSCHAFT & WOCHENBETT

BECKENENDLAGE

In Terminnähe liegen etwa 3-5% der Kinder in Beckenendlage. Ursächlich sind mehrere Faktoren und meistens sind die einzelnen Einflüsse nicht sicher auszumachen.

In ca. 70% der Beckenendlagen handelt es sich um eine reine Steißlage, was bedeutet, dass der Steiß führt, und die Beine an den Rumpf angelegt sind.

Man unterscheidet eine I.BEL (Rücken links) von einer II. BEL (Rücken liegt rechts von der Mutter aus gesehen).

Wenn in der Nähe des Termins noch eine Beckenendlage vorliegt, können wir gemeinsam (auch in Rücksprache mit der entbindenden Klinik) überlegen, welche Art von Geburt für Sie in Frage kommen würde.

Grundsätzlich kann man Kinder in Beckenendlage spontan entbinden, wenn einige Voraussetzungen erfüllt sind. Als Alternativen gibt es den Versuch einer äußeren Wendung oder einen geplanten Kaiserschnitt.

BLASENSPRUNG

Die meisten Frauen bemerken einen Abgang von Fruchtwasser aus der Scheide. Die Menge kann von einigen Tropfen bis zu einem „Schwall“ variieren. Häufig wird das Fruchtwasser auch mit Scheidenausfluss oder Urin verwechselt. In der Praxis können wir den Unterschied mit bestimmten Tests meist schnell herausfinden.

Von einem vorzeitigen Blasensprung spricht man, wenn die Fruchtblase noch vor Beginn einer regelmäßigen Wehentätigkeit platzt.

Gegen Ende der Schwangerschaft untersuche ich von der Scheide aus, ob der Kopf des Kindes fest im Becken sitzt. Sollte dies nicht der Fall sein und mehr als einige Tropfen Fruchtwasser abgehen, legen Sie sich bitte nach einem Blasensprung umgehend hin und lassen sich liegend in eine Klinik transportieren, da sonst durch einen möglichen Nabelschnurvorfall die Versorgung des Kindes gefährdet sein könnte.

Wichtig für das weitere Vorgehen ist, in welchem Schwangerschaftsalter der Blasensprung auftritt. Entweder man wartet zunächst ab oder leitet die Geburt ein. Durch den Riss in der Fruchtblase können einfacher Infektionen aus der Scheide aufsteigen, so dass im Verlauf eine antibiotische Therapie indiziert ist.

Wenn Sie einen Flüssigkeitsabgang in der Schwangerschaft bemerken, und sich nicht  sicher sind, ob es Urin, Fruchtwasser oder Scheidensekret  ist, rufen Sie uns umgehend an oder lassen es in der Klinik kontrollieren.

 

BLUTUNGEN IN DER SCHWANGERSCHAFT

In den frühen Schwangerschaftswochen (erstes Drittel) treten relativ häufig Blutungen auf, die oft keine Gefahr für das Kind bedeuten. Bitte rufen Sie uns dennoch an und kommen vorbei, damit wir es weiter abklären können.

Wenn es in höheren Schwangerschaftswochen zu Blutungen kommt, rufen Sie uns bitte umgehend an oder gehen in eine Klinik.

Unsere Praxis ist bei leichten Blutungen der richtige Ansprechpartner. Sollten bei Ihnen stärkere Blutungen bestehen (wie am ersten oder zweiten Tag der Periodenblutung) oder Blutkoagel abgehen, melden Sie sich bitte direkt im Krankenhaus. Es könnte sich eventuell um eine drohende Frühgeburt handeln, oder ein Problem mit dem Mutterkuchen bestehen.

Falls Sie bereits einen Mutterpass haben, bringen Sie diesen bitte unbedingt mit zur Untersuchung bei uns bzw. in der Klinik. Falls Sie noch keinen Mutterpass erhalten haben, aber ein Dokument besitzen, das Ihre Blutgruppe dokumentiert z.B. einen Blutspendeausweis, bringen Sie bitte dieses mit! Frauen mit einer Rhesus-negativen Blutgruppe sollten prophylaktisch bei Blutungen ein Anti-D Immunglobulin erhalten.

GEBURT

In den frühen Schwangerschaftswochen (erstes Drittel) treten relativ häufig Blutungen auf, die oft keine Gefahr für das Kind bedeuten. Bitte rufen Sie uns dennoch an und kommen vorbei, damit wir es weiter abklären können.

Wenn es in höheren Schwangerschaftswochen zu Blutungen kommt, rufen Sie uns bitte umgehend an oder gehen in eine Klinik.

Unsere Praxis ist bei leichten Blutungen der richtige Ansprechpartner. Sollten bei Ihnen stärkere Blutungen bestehen (wie am ersten oder zweiten Tag der Periodenblutung) oder Blutkoagel abgehen, melden Sie sich bitte direkt im Krankenhaus. Es könnte sich eventuell um eine drohende Frühgeburt handeln, oder ein Problem mit dem Mutterkuchen bestehen.

Falls Sie bereits einen Mutterpass haben, bringen Sie diesen bitte unbedingt mit zur Untersuchung bei uns bzw. in der Klinik. Falls Sie noch keinen Mutterpass erhalten haben, aber ein Dokument besitzen, das Ihre Blutgruppe dokumentiert z.B. einen Blutspendeausweis, bringen Sie bitte dieses mit! Frauen mit einer Rhesus-negativen Blutgruppe sollten prophylaktisch bei Blutungen ein Anti-D Immunglobulin erhalten.

MEHRLINGSSCHWANGERSCHAFT

Im Ultraschall sehen wir, ob es sich um eine Einlings- oder Mehrlingsschwangerschaft handelt. Mehrlingsschwangerschaften werden als „Risikoschwangerschaften“ eingestuft, was Sie aber nicht verunsichern sollte. Es bedeutet nur, dass Ihre Schwangerschaft engmaschiger überwacht wird.

Spontan entstandene Zwillinge kommen in etwa 1,18% vor, Drillinge in 0,014%. Zwei Drittel der Zwillinge sind zwei-eiig, ein Drittel ein-eiig. Wichtig für den weiteren Verlauf der Schwangerschaft ist auch, ob sich die Zwillinge eine Plazenta oder eventuell sogar eine Fruchthöhle teilen.

Scheideninfektionen in der Schwangerschaft

Das normale Scheidenmilieu hat einen pH von 3,8-4,5, welcher unter anderem durch ausreichend milchsäurebildende Döderlein-Bakterien stabil gehalten wird.

Symptome einer Scheidenentzündung können vermehrter Ausfluss, Jucken, Brennen, Schmerzen allgemein, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr  oder selten Blutungen sein.

Konsistenz, Farbe und Geruch des Ausflusses sind meist von den Erregern abhängig. Bei einer Pilzinfektion kommt es oft zu einem dickflüssigen bis bröckligem, weißlichen Ausfluß.

Die Diagnose wird mit Hilfe der Krankengeschichte, der Symptome, der gynäkologischen Untersuchung und der mikroskopischen Untersuchung des Scheidenabstriches gestellt.

Bitte kommen Sie bei einem Verdacht auf eine Scheideninfektion in der Schwangerschaft in unsere Praxis, da sie unbedingt behandelt werden sollte um eine aufsteigende Infektion zu verhindern.

Gestationsdiabetes („Schwangerschaftszucker“)

Ein Schwangerschaftsdiabetes wird durch einen Zuckerbelastungstest zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche diagnostiziert und gehört zu den häufigsten Begleiterkrankungen in der Schwangerschaft.

Häufig wird er erstmals in der Schwangerschaft diagnostiziert und verschwindet nach der Entbindung wieder. Es besteht jedoch ein erhöhtes Risiko später einen Diabetes mellitus Typ II zu entwickeln. Vielleicht ist dies auch ein guter Zeitpunkt um über Vorbeugung und damit verbundene Ernährungsgewohnheiten und Bewegung zu sprechen.

Sollte bei Ihnen ein Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert werden, ist eine intensivere Überwachung der Schwangerschaft mit zusätzlichen Untersuchungen sinnvoll.

Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie, Eklampsie, Gestose, HELLP)

Für die „Schwangerschaftsvergiftung“ gibt es verschiedene Bezeichnungen, so z.B. Präeklampsie, Gestose oder HELLP-Syndrom

Eine Präeklampsie ist definiert über einen deutlich erhöhten mütterlichen Blutdruck und einen Eiweißverlust über die Nieren während  einer Schwangerschaft.

Risikofaktoren sind zum Beispiel eine Präeklampsie in einer früheren Schwangerschaft, erste Schwangerschaft, Alter der Mutter, Bluthochdruck, Übergewicht, Insulinresistenz und eine Thrombophilie.

Die Erkrankung kann zu einer Unterversorgung des Kindes mit einer Wachstumsverzögerung aufgrund einer Plazentainsuffizienz (Schwäche des Mutterkuchens) und zu einer gefährlichen Situation sowohl für das Kind als auch die Mutter führen.

Wenn Sie selbst eine starke Gewichtszunahme innerhalb kurzer Zeit, zunehmende Wassereinlagerungen (Ödeme) vor allem in Händen, Füßen und im Gesicht, oder aber bzw. zusätzlich Kopfschmerzen, Augenflimmern oder Schmerzen im rechten Oberbauch feststellen, sollten Sie sich umgehend in der Praxis oder im Krankenhaus melden.

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft können wir Hinweise auf das Krankheitsbild häufig rechtzeitig erkennen und behandeln. Auch ist es möglich im Rahmen der Ersttrimester – Diagnostik eine frühe Risikoberechnung für das Auftreten einer Präeklampsie durchzuführen.

Sodbrennen in der Schwangerschaft

Sodbrennen ist für Schwangere ein häufiges Problem, vor allem wenn das Kind durch die zunehmende Größe Druck auf Magen und Speiseröhre ausübt.

Häufig hilft bereits eine Änderung des Lebenstils zum Beispiel viele kleinere Mahlzeiten statt größerer Hauptmahlzeiten, Verzicht auf kohlensäurehaltige Getränke, Hochlagern des Oberkörpers im Liegen usw. Wenn diese Veränderungen nichts bewirken kann über eine medikamentöse Therapie nachgedacht werden.

Stillen

Nichts ist wertvoller für ein Baby, als die Muttermilch. Die natürliche Nahrung enthält alle wichtigen Nährstoffe, die das Baby für den perfekten Start ins Leben braucht. Nachweislich sind gestillte Kinder besser gegen Krankheiten und Allergien gewappnet. Zudem ist Stillen mehr als nur Ernährung, es spricht alle Sinne an und stillt alle Bedürfnisse. Das Baby erfährt durch den engen Körperkontakt Wärme, Zuneigung und Geborgenheit. Unwillkürlich entsteht zwischen Mutter und Kind eine innige emotionale Beziehung.

Auch für die Mutter bietet das Stillen viele gesundheitliche Vorteile.

Das Stillen:

  • unterstützt die Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt
  • verringert das Risiko an Osteoporose oder Brustkrebs zu erkranken
  • erleichtert die Gewichtsreduktion nach der Schwangerschaft.

Fast alle Frauen können ihr Kind stillen. Nur in Ausnahmefällen ist das Stillen nicht oder nur eingeschränkt möglich. Große und kleine Stillhindernisse oder Unsicherheiten können meist schnell gelöst werden.

Dennoch möchten nicht alle Frauen stillen, worin wir Sie selbstverständlich ebenfalls unterstützen. Uns ist wichtig, dass Sie den für sich richtigen Weg finden und gehen können.

Sehr gute Informationen zum Thema Stillen finden Sie auf den Internetseiten des Europäischen Instituts für Stillen und Laktation (http://www.stillen-institut.com) oder  des Berufsverbandes für Laktationsberaterinnen (https://www.bdl-stillen.de/einstieg.html).

Quelle: https://www.bdl-stillen.de/einstieg.html

Übelkeit in der Schwangerschaft

Viele Schwangere (50-90%) leiden zu Beginn der Schwangerschaft unter Übelkeit und Erbrechen.  In der Regel sistieren Übelkeit und Erbrechen in den ersten 20 Schwangerschaftswochen, in ca. 20% halten die Symptome jedoch die gesamte Schwangerschaft an.

Zunächst kann man versuchen viele kleiner Mahlzeiten zu essen, Ingwertee zu trinken, Vitamin B6 oder Akupressurbänder zu benutzen (können bei uns in der Praxis kurzfristig ausgeliehen werden). Wenn diese Maßnahmen erfolglos sind, können antiemetische Medikamente verschrieben werden.

Per Definition handelt es sich bei anhaltendem Erbrechen >5x/d, einer Gewichtsabnahme >5% und erschwerter Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme um ein übermäßiges Erbrechen („Hyperemesis“). Spätestens jetzt sollte eine Blutuntersuchung stattfinden und über einen stationären Aufenthalt nachgedacht werden.

Bitte denken Sie an eine regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme und melden Sie sich in der Praxis, wenn es Ihnen nicht gut geht (vor allem bei anhaltendem Erbrechen und dem Verzicht auf Nahrungsaufnahme)!

Vorzeitige Wehen und Frühgeburt

Gerade beim ersten Kind fragt man sich oft, wie sich denn Wehen anfühlen? Wehen können ein leichtes Ziehen sein, wie man es vielleicht vom Menstruationsschmerz kennt und das sich auch in den Rücken erstrecken kann. Oder man nimmt sie als eine Art Schwere oder ein Druckgefühl im Bauch wahr, die manchmal mit einem Druck nach unten verbunden sein können.

Bis zu 10 Wehen dürfen innerhalb von 24 Stunden auftreten. Ungefähr kann man sich daran orientieren, dass vor der 30. Schwangerschaftswoche nicht mehr als 3 Kontraktionen pro Stunde auftreten sollten. Nach der 30. Schwangerschaftswoche sollte der Bauch nicht öfter als 5-mal pro Stunde hart werden.

Bei stärkeren bzw. vermehrten Wehen vor der 36. Schwangerschaftswoche, die länger als eine halbe Minute dauern, die regelmäßig sind oder mit einer (Schmier-)Blutung einhergehen, sollten Sie sich in der Praxis zur Untersuchung vorstellen. Natürlich sollten Sie dies auch machen, wenn Sie sich unsicher fühlen.

Regelmäßige Wehen können in dieser Situation ein Hinweis auf eine drohende Frühgeburt sein kann.

Zum Ende der Schwangerschaft, ca. ab der 36. SSW treten zunehmend Wehen auf, das ist ganz normal. Dies sind die Senkwehen. Hierbei rutscht das Kind tiefer ins Becken, damit es die richtige Ausgangsposition für die Geburt einnehmen kann. Ihnen wird auffallen, dass sich gleichzeitig der Bauch mit dem Baby nach unten absenkt.

GYNÄKOLOGIE

BLASENENTZÜNDUNG

Bei einer Blasenentzündung kommt es, oft bedingt durch eine aufsteigende Infektion, zu vermehrtem Harndrang,  neu aufgetretenen Schmerzen beim Wasserlassen und/oder oberhalb des Schambeins und häufigen Toilettengängen. Die meisten Blasenentzündungen werden als unkompliziert bewertet.

Wenn relevante funktionelle/anatomische Besonderheiten, Nierenfunktionsstörungen oder Begleiterkrankungen vorliegen, kann die Blasenentzündung als kompliziert eingestuft werden.

Diagnostisch wird häufig der Urin getestet, manchmal muss er auch im Labor näher auf Keime untersucht werden. Um eine gynäkologische Erkrankung auszuschließen, kann eine vaginale Untersuchung notwendig sein. Bei Verdacht auf eine Nierenbeckenentzündung wird auch häufig ein Ultraschall der Nieren durchgeführt. Bei längeren oder komplizierteren Verläufen wird die Konsultation eines Facharztes für Urologie empfohlen.

Die antibiotische Therapie richtet sich nach Art der Harnwegsinfektion und nach der Patientengruppe. Zur Langzeitprävention können naturheilkundliche Therapien mit zum Beispiel Bärentraubenblättern und Goldrutenkraut versucht werden.

EIERSTOCKENTZÜNDUNG

Etwa  10/10000 Frauen, die meisten zwischen 15 und 39 Jahren alt leiden unter einer Eierstocksentzündung. 70% der Erkrankten sind sogar jünger als 25 Jahre. Symptome sind vor allem akut einsetzende, starke, ein- oder beidseitige Unterbauchschmerzen. Auch Fieber oder übelriechender Ausfluss können auftreten. Es gibt auch eine chronische Form, bei der die Symptome meist eher schwächer, aber lang anhaltender sind. Ursachen für eine Eierstocksentzündung sind häufig Infektionen, die durch die Scheide oder aus dem Bauchraum  zu den Eierstöcken gelangen können, aber auch zum Beispiel nach einer Operation möglich sind.

Zur weiteren Abklärung kann eine Untersuchung, ein Ultraschall und ggf. Blutuntersuchungen notwendig sein.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, beinhaltet häufig aber eine antibiotische und Schmerztherapie

Es ist wichtig, Beschwerden beim Frauenarzt abklären zu lassen, da es ohne Behandlung zu einer späteren Unfruchtbarkeit oder chronischen Schmerzen kommen kann.

EIERSTOCKKREBS

In Deutschland erkranken etwa 10000 Frauen/Jahr an einem bösartigen Eierstockkrebs, meist im Alter zwischen 50 und 70 Jahren. Die Erkrankung kann aber selbstverständlich auch früher, gerade bei erblicher Belastung zum Beispiel durch BRCA-Genmutationen, oder später auftreten.

Risikofaktoren sind auch wie oben beschrieben ein höheres Lebensalter oder eine belastete Familienanamnese.

Als Diagnostik kann eine Ultraschalluntersuchung (Sensitivität laut Literatur 95%) durchgeführt werden. Wenn dann der Verdacht auf einen Eierstockkrebs besteht, werden weiterführende Untersuchungen angeordnet.

Endometriose

Endometriose ist, meist im Bauchraum, verstreute Gebärmutterschleimhaut. Es ist eine der häufigsten, gynäkologischen Erkrankungen und betrifft etwa 7,5% aller Frauen. Die Patientinnen leiden zum Beispiel unter Schmerzen während der Monatsblutung, (95%) chronischen Unterbauchschmerzen (ca. 85%), Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (60%) oder verlängerten (>7 Tage) bzw.  unregelmäßigen Blutungen (ca. 65%). Endometriose kann zu Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Kinderwunsches führen.

Wichtig bei der Diagnosefindung ist die Krankheitsgeschichte und die gynäkologische Untersuchung. Auch ein Ultraschall oder ein Schmerztagebuch können bei der Diagnostik hilfreich sein. Die endgültige Diagnose und das genaue Ausmaß erkennt man aber häufig erst während einer Bauchspiegelung. Dabei können kleinere Herde und Verwachsungen entfernt werden.

Eine weitere Behandlungsmethode stellen aber auch Medikamente zum Beispiel eine Gestagenbehandlung dar. Die genauen Therapieoptionen und mögliche komplementärmedizinische Maßnahmen wie Entspannung, Wärmeanwendungen oder Hydrotherapie (ggf. mit Zusätzen) können wir gerne miteinander besprechen.

Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs ist weltweit die zweithäufigste Krebserkrankung der Frau, was in Deutschland etwa 4% aller Krebsneuerkrankungen bei Frauen entspricht (ca. 7000 Neuerkrankungen pro Jahr).

Der Hauptrisikofaktor ist eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV), wobei etwa 60-80% aller Frauen bis zum 50.Lebensjahr zu irgendeinem Zeitpunkt von den Viren betroffen sind. Bei vielen Patienten (ca. 80-90%) heilen diese  HPV-Infektionen innerhalb von 5 Jahren spontan aus.

Wichtig zur Früherkennung des Zervixkarzinom ist die regelmäßige Krebsvorsorge und seit einigen Jahren präventiv eine Impfung.

Die Krebsvorsorge wird für Frauen im Alter 20-34 Jahren jährlich empfohlen, es findet ein PAP-Abstrich statt. Für Frauen ab 35 Jahren wird alle drei Jahre (wenn die Abstriche und HPV-Tests unauffällig sind) ein Ko-Test (PAP-Abstrich plus HPV-Testung) empfohlen. Unabhängig vom organisierten Screening auf Gebärmutterhalskrebs haben Frauen wie bisher jährlich Anspruch auf eine klinische Untersuchung. In den meisten Fällen können Zervixkarzinome bei regelmäßigen Krebsvorsorgeuntersuchungen frühzeitig erkannt werden.

Die Impfung sollte bei Kindern ab 9 Jahre durchgeführt werden, bitte sprechen Sie uns oder den behandelnden Kinderarzt bei Interesse oder Fragen an. Wir beraten Sie gerne!

Feigwarzen (Condylome)

Feigwarzen entstehen durch eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV). Etwa 1% aller jungen, sexuell aktiven Menschen haben Kondylome und ca. 30-80% sind mit einem oder mehreren HPV-Typen infiziert.  Die Diagnose wird bei der gynäkologischen Untersuchung gestellt. Man kann die Kondylome durch Cremes, eine Vereisung oder eine ambulante Operation (zum Beispiel Entfernung mittels Laser) entfernen.

Wichtig ist es, eine regelmäßige Krebsvorsorge durchzuführen, da manche HPV-Arten auch Gebärmutterhalskrebs verursachen können.

Gebärmuttersenkung

Verschiedene Faktoren wie zum Beispiel vaginale Geburten und/oder Geburten mit Saugglocken/Zangenhilfe, mehrere Geburten, Dammrisse höheren Grades, Bindegewebsschwäche, Übergewicht, chronische Verstopfung, chronischer Husten  usw. oder schwere körperliche Arbeit können zu einer Senkung der Gebärmutter und/oder der vorderen und hinteren Scheidenwände führen.

Eine gynäkologische Untersuchung und ggf. ein Ultraschall helfen bei der Diagnosefindung und der Einteilung. Eine urodynamische Untersuchung kann auch sinnvoll sein.

Typische Beschwerden sind tief sitzende Rückenschmerzen, ein Fremdkörpergefühl in der Scheide, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Urin- oder Stuhlinkontinenz oder wunde Stellen.

Therapien können konservativ mit Beckenbodentraining oder Pessaren oder operativ geplant werden.

Wechseljahre (zum Beispiel Haarausfall, Hitzewallungen)

„Wenn das Gleichgewicht ins Wanken kommt…“

Für viele Frauen bedeuten die Wechseljahre einen enormen Umbruch. Zahlreiche Frauen leiden unter Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Scheidentrockenheit und fühlen sich nicht mehr so leistungsfähig wie vorher.  Bei jeder Frau sind diese Beschwerden aber verschiedener Art und unterschiedlicher Ausprägung. Deshalb ist es uns wichtig, ein individuell auf Sie zugeschnittenes therapeutisches Konzept zu entwickeln.

Um zu beurteilen, ob bereits eine Wechseljahressituation vorliegt oder bei hormonellen Beschwerden kann ein Hormonstatus durchgeführt werden. Dieser umfasst meist Schilddrüsenhormone und das Schilddrüsen-Steuerhormon (TSH), E2, FSH und LH, ggf. Progesteron.

Myome

Myome sind gutartige, einzeln oder multipel auftretende Raumforderungen in der Gebärmutter.  15-20% aller Frauen sind Myomträgerinnen, am häufigsten treten sie zwischen 35 und 55 Jahren auf.  15-20% dieser Patientinnen spüren keine Beschwerden, ca. 40-50% haben Blutungsstörungen (meist verstärkte, verlängerte oder unregelmäßige Blutungen).  Symptome können ansonsten unter andere, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, ein vermehrter Harndrang oder Rückenschmerzen sein.

In maximal 0,1% aller Myome versteckt sich eine bösartige Raumforderung, wobei man annimmt, dass das Myom sich nicht umwandelt, sondern die Raumforderung primär ein „Sarkom“ ist.

Die Krankheitsgeschichte, die gynäkologische Untersuchung und der Ultraschall sind wichtig für die Diagnosestellung.

Wenn Beschwerden bestehen, kann eine Therapie mit Medikamenten z.B. mit sog. GnRH-Analoga, oder eine operative Entfernung des Myoms oder evt. der Gebärmutter diskutiert werden. Auch über eine radiologische Verkleinerung kann nachgedacht werden. Sprechen Sie uns gerne an, es gibt verschiedene Optionen, die sich auch immer wieder ändern.

Osteoporose

Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, die durch eine unzureichende Knochenfestigkeit charakterisiert ist. Diese spiegelt das Zusammenwirken von Knochendichte und Knochenmikroarchitektur wider. Im Rahmen der deutschen BEST-Studie, waren in 2009 etwa 6,3 Millionen Menschen in Deutschland von der Osteoporose betroffen, davon 5,2 Millionen Frauen (Hadji 2013 PMID: 23413388 ). Demzufolge erkrankt jede 3.-4. Frau über 50 Jahren an einer Osteoporose.

Zur Vorbeugung wird ein Normalgewicht und regelmäßige körperliche Aktivität mit der Zielsetzung Muskelkraft, Gleichgewicht und Koordination empfohlen.  Die Zufuhr einer ausreichenden Menge an Kalzium und Vitamin D sollte sichergestellt werden (idealerweise durch Ernährung und Sonnenlicht).

Ab 50 Jahren sollte die klinische Abschätzung des Frakturrisikos zum Beispiel mittels DVO-Score angeboten werden. Bei einem erhöhten Risiko wird weitere Diagnostik z.B. die Knochendichtemessung empfohlen.

Bei einer manifesten Osteoporose können verschiedene Knochenabbau-hemmende Medikamente eingesetzt werden.

PCO-Syndrom

Das Syndrom der polyzystischen Ovarien hat seinen Namen durch die Beobachtung von perlenschnuartig-aneinandergereihten, kleinen Follikeln <10mm, im Eierstock erhalten. Häufig zeigen sich ein verlängerter Zyklus oder gar keine regelmäßige Blutung, vermehrte Behaarung, Übergewicht, Akne und evt. auch eine Insulinresistenz (vermindertes Ansprechen der Zellen auf Insulin).

Eine Ultraschalluntersuchung und ggf. eine Hormonuntersuchungen können notwendig sein.

Die Therapie hängt von der jeweiligen Situation ab: eine Gewichtsabnahme und evt. eine Metformintherapie (off-label) kann bereits zu einer Zyklusregulierung bei Kinderwunsch führen. Es kann aber auch eine Pille eingesetzt werden.

Scheidenentzündung/Scheidenpilz

Das normale Scheidenmilieu hat einen pH von 3,8-4,5, welcher unter anderem durch ausreichend milchsäurebildende Döderlein-Bakterien stabil gehalten wird.

Symptome einer Scheidenentzündung können vermehrter Ausfluss, Jucken, Brennen, Schmerzen allgemein, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr  oder selten Blutungen sein.

Konsistenz, Farbe und Geruch des Ausflusses sind meist von den Erregern abhängig. Bei einer Pilzinfektion kommt es oft zu einem dickflüssigen bis bröckligem, weißlichen Ausfluß.

Die Diagnose wird mit Hilfe der Krankengeschichte, der Symptome, der gynäkologischen Untersuchung und der mikroskopischen Untersuchung des Scheidenabstriches gestellt.

Die Therapie richtet sich nach dem jeweiligen Erreger, im Falle einer Pilzinfektion zum Beispiel eine lokale Antimykotikatherapie mit Clotrimazol.  Bei schweren, chronischen Verläufen kann auch eine Therapie mit Tabletten notwendig sein.

Urinverlust

Es gibt verschiedene Formen des Urinverlustes: unter anderem eine sog. Belastungsinkontinenz, wenn die Patientin bei Druckerhöhung im Bauch (z.B. Husten, Niesen, Pressen) Urin verliert, oder eine sog. Dranginkontinenz, bei der ein starker Harndrang und unwillkürlicher Urinverlust schon bei relativ geringer Blasenfüllung auftritt. Hier helfen uns Ihre Krankengeschichte, Fragebögen und eine gynäkologische Untersuchung die richtige Diagnose zu stellen. Im Zweifelsfall, oder vor Operationen, kann auch eine urodynamische Untersuchung notwendig sein.

Die weitere Therapie hängt von der Ursache, dem Schweregrad und den Wünschen der Patientin ab und kann medikamentöser, aber auch operativer Art sein.

Bitte scheuen Sie sich nicht, dieses wichtige  Symptom anzusprechen, wir können Ihnen bestimmt helfen!

BRUST

Brustkrebs (Mammakarzinom)

Brustkrebs ist weltweit die häufigste, bösartige Erkrankung der Frau, was in Deutschland etwa 24% aller Krebsneuerkrankungen bei Frauen entspricht. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen 45 und 75 Jahren.

Die meisten Erkrankten können geheilt werden. Es sollte regelmäßig an den  Screeninguntersuchungen (ab 30 Jahren Tastuntersuchung 1x/Jahr beim Frauenarzt und ab 50 Jahren alle 2 Jahre eine Mammographie) teilgenommen werden um ein Mammakarzinom möglichst frühzeitig zu erkennen. Auch ein ergänzender Brustultraschall kann sehr sinnvoll sein.

Die Abklärung eines Tastbefundes erfolgt in der Regel mit Hilfe einer Mammographie und eines Ultraschalls der Brust.

Risikofaktoren sind das Alter, Übergewicht, später Eintritt in die Wechseljahre, frühe, erste Menstruation, keine Kinder geboren, nicht gestillt, Alkohol, keine körperliche Aktivität usw.

Es gibt zur Zeit sehr viele verschiedene Therapiemöglichkeiten, welche leider hier nicht alle aufgeführt werden können. Weiterführende Informationen können Sie unter anderem hier finden: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien/brustkrebs/.

Im Falle einer Erkrankung werden wir Ihre Situation und die empfohlene Therapie ausführlich besprechen.

Brustspannen

Eine Mastodynie bezeichnet Schmerzen, Spannungsgefühle und Berührungsempfindlichkeit der Brust. Meistens sind die Ursache ganz normale, hormonelle Veränderungen im Laufe des Zyklus und treten häufig eine Woche vor der Menstruation (erhöhter Östrogenspiegel) auf.

Auch unter einer Pilleneinnahme kann es zu diesen Veränderungen kommen. Sie kann auch Zeichen einer Mastopathie (gutartige Brustveränderung s. Kapitel Mastopathie) oder auch von Zysten sein.

Fibroadenome

Fibroadenome sind gutartige Brusttumore, von denen besonders junge Frauen betroffen sind. Der Altersgipfel liegt zwischen 20 und 24 Jahren.

Häufig lassen sie sich als leicht beweicht bewegliche, isolierte, nicht schmerzhafte, elastische oder feste Raumforderungen n der Brust tasten.

Mit Hilfe des Ultraschalls kann eventuell schon eine Diagnose gestellt werden. Falls nicht, kann auch eine Probe per Stanzbiopsie entnommen werden.

Mastopathie

Eine Mastopathie bezeichnet eine gutartige Veränderung der Brust, die sich in Schwellungen, Knoten, Zysten und schmerzhaften Beschwerden äussern können.  Bei der Selbstuntersuchung der Brust lassen sich häufig kleine, etwa kirschkerngroße Knoten tasten. Die Mastopathie kommt fast immer in beiden Brüsten vor.

Oft klagen die Patientinnen über eine schmerzhafte Schwellung der Brust etwa eine Woche vor der Menstruation, aufgrund des erhöhten Östrogenspiegels.

Eine Diagnostik kann per Ultraschall und ggf. Mammographie erfolgen.

Bei starken Beschwerden können wir über verschiedene Möglichkeiten wie hormonellen Medikamenten, Cremes oder Mönchspfeffer sprechen.

Zysten

Gutartige Zysten entsteheb durch Ansammlung eines Sekretes, häufig in Zusammenhang mit einer Mastopathie. Sie können nur wenige Millimeter oder auch mehrere Zentimeter groß sein.

Eine Diagnose kann häufig per Ultraschall gestellt werden.

Bei Beschwerden und/oder zur Sicherung der Diagnose kann eine Punktion unter Ultraschall-Kontrolle stattfinden.